• Tag 0: Abschied und 24 Stunden Flug nach Sydney

    Am Ende ging – wie immer – alles schneller als gedacht. Freitag Abend Fatboy Slim – Big Beach Boutique im Kino mit André (und im Anschluss Expendables 2 – sehr lustig, beides!). Samstags mit Tina, Florian und Sunny Frankfort Special auf dem Latrinenfest in Bad Homburg. Wir hatten die Jungs ja letztes Jahr im Juni zu unserer Hochzeit gebucht, kurz bevor wir zu einem Jahr Freiwilligendienst nach Belize gegangen sind. Es ist vielleicht eine junge Tradition, aber Tradition ist Tradition, also keine große Reise ohne Frankfort Specials Rockabilly-Tanz-Extase.
    Sonntag ging’s dann an’s Taschepacken. Diesmal richtig. Das Airlinelimit war 23 kg pro Person. Wir waren am Ende bei 25 für mich und 21 für Kerstin. Au weia. Übergepäckzuschläge sind gemein. Aber natürlich (dachten wir) war nichts zu entbehren. Also: hoffen, dass es klappt.

    Auf dem Weg zum Flughafen ging’s nochmal ins Chicago Meatpackers – unser Lieblingsrestaurant in Frankfurt. Wir hatten einen Tisch für 6 Leute reserviert – am Ende waren es 10 liebe Leute, die uns hier mit Ribs und Burgern verabschiedet haben.

    Auf zum Flughafen mit Kerstin’s Eltern, wo Micha uns erwartete. Ein letztes Bier für den Schlaf im Flieger, die Nikotinspeicher aufgefüllt und ab ging die Post.

    Zum Glück hatten wir ja einen Quantas Flug gebucht, sonst hätte uns der Lufthansa-Flugbegleiterstreik wohl ganz schön Blutdruck gemacht. (Hier Infos zur Flugbuchung – Quants fliegt übrigens ab nächstem Jahr wohl nicht mehr ab Frankfurt sondern nur noch in Kooperation mit Emirates über Dubai!)

    Wir machten es uns gemütlich, futterten unser Spezialessen (dazu an anderer Stelle mehr), schauten einen halben Film und schliefen ein. Von den gut 11 Stunden Flug nach Singapur schliefen wir mindestens die Hälfte und kamen am nächsten morgen (unsere Zeit) bzw. um 17:00 Singapurzeit an.

    Hier gab’s die erste Überraschung. Wir hatten damit gerechnet, die kompletten 23:50h Reisezeit im Flieger zu sitzen. Pustekuchen. Dank dem Nachtflugverbot in Frankfurt geht der Flieger Frankfurt – Singapur so früh, dass man 3h zu früh in Singapur ist. Denn Sydney hat auch ein Nachflugverbot, und wenn man direkt weiter flöge, würde man zu früh in Sydney ankommen. Also raus aus dem Flieger und 3 Stunden in Singapur totschlagen: Rumlaufen, Rauchen, Sushi und die dicken Beine mit etwas Crossfit dünner machen.

    Als wir wieder in den Flieger stiegen, trauten wir unseren Augen nicht. Ich hab hier im Blog ja vor kurzem eine Sammlung lustiger Anfragen beim Australischen Fremdenverkehrsamt gepostet. Dabei war auch die folgende Anfrage:

    Question: Can you send me the Vienna Boys’ Choir Schedule? (USA)
    Answer: Aus-tri-a is that quaint little country bordering Ger-man-y, which is… oh forget it. Sure, the Vienna Boys’ Choir plays every Tuesday night in Kings Cross, straight after the Hippo Races. Come naked.

    Ihr werdet Euch unsere Freude vorstellen können, als wir feststellten, dass die Gruppe russischer Sporttrinker, die von Frankfurt ab um uns herum saß durch … genau: Den Wiener Knabenchor ersetzt wurde!

    Die Jungs waren etwas perplex, als ich sie gefragt habe, ob sie uns ein Einschlaflied singen. Und nicht im Geringsten eingeschüchtert, als ich das (jaja, durchaus menschliche) Rumgefurze nach 6h Flug mit einem lauten – an Kerstin gerichteten – “WUSSTEST DU EIGENTLICH, DASS MIT JEDEM FURZ DER STIMMBRUCH EINEN TAG FRÜHER KOMMT” versuchte, zu unterbinden.

    Wir kamen um 8 Uhr morgens im Hotel an – gar nicht so kaputt vom langen Flug wie gedacht aber dafür umso kaputter vom Rumschleppen der 69 kg Gepäck (2×23+16+7). Unser Zimmer sollte um 14:00 Uhr fertig sein. Nach unserer inneren Uhr war das gar nicht so weit entfernt – nach der echten Uhr schon.

    Also gingen wir …. aber das steht dann im nächsten Blog!

    Geflogen: Um die halbe Welt. Frankfurt – Singapur – Sydney
    Gegessen: Koscher und Vegetarisch
    Getrunken: Bier. Viel Bier. Mit Nüssen. Das entspannt beim Reisen, sagte Ford Prefect.
    Gesehen: Freunde und Familie, Wiener Knabenchor, Australische Businesskasper im Wintermantel
    Gehört: “Shine on you crazy diamond” – David Gilmour