• Lagerfeuer und Feuerholz in Australien

    Lagerfeuer sind des Australiers liebstes Kind – ein Grundrecht quasi. Wenn man mit seinem Wohnmobil oder Campervan in Städte hineinfährt, sind Toiletten, BBQs und Feuerstellen ausgeschildert. Bei Trockenphasen, in denen man in den USA nichtmal eine Zigarette anzünden dürfte, wird zurückhaltend darauf hingewiesen, dass Feuer nur in Feuerringen zulässig sind.

    Australier lieben ihr Lagerfeuer. Und als Gast sollte man diese Tradition ruhig auch genießen.

    Die Feuerlage checken

    Ihr seid dafür verantwortlich, zu wissen, ob Ihr ein Feuer machen dürft. Dabei geht es wenige rum Strafen, obwohl die saftig sein können.
    Es geht um mehr – jedes Jahr verbrennen Hektar um Hektar Land, Tiere und Menschen in Australien durch Feuer, die von Menschen gelegt wurden.
    Es gibt an vielen Straßen Schilder mit der aktuellen Feuer-Stufe. Nationalparks und Campingplätze schlagen den Feuerstatus ebenfalls an. Im Zweifelsfalle: Fragt einen Ranger oder Angestellten des Campingplatzes, ob es sicher ist, ein Feuer zu machen.
    Im Zweifelsfalle: Lieber die Flamme aus lassen!

    Feuerholz

    Als erstes braucht man Holz für sein Feuer. Dieses findet man auf verschiedene Arten:

    Einen Baum umhacken

    Ich muss Euch enttäuschen. So spaßig sich das anhört, zum Feuer machen ist das fällen eines Baumes völlig ungeeignet. Holz muss trocken sein, damit es brennt. Nasses, gerade gefälltes Holz, brennt nicht.
    (Nein, ich halte Euch nicht für blöd. Ja, eigentlich weiß man das. Aber ich sehe hier in Australien auf fast jedem Campingplatz Spuren von Leuten, die gerade einen jungen, grünen Baum umgehackt haben und versucht haben, diesen zu verfeuern. Also lieber auf Nummer Sicher: Grünes Holz brennt nicht.)

    Feuerholz sammeln

    Grundsätzlich ist es erlaubt (!) Feuerholz zu sammeln. Sollte es verboten sein (was in einigen Nationalparks der Fall ist), so ist dies mit Schildern deutlich gekennzeichnet. In einigen Gegenden gibt es auch nur Einschränkungen, im Kakadu Nationalpark beispielsweise darf man an der Hauptstraße halten und Feuerholz sammeln – in den Campingplätzen in Kakadu selbst jedoch darf man kein Holz sammeln.
    Meist kriegt man die Info direkt beim Reinfahren in den Nationalpark.

    Feuerholz kaufen


    Die meisten Supermärkte und Tankstellen bieten Feuerholz an – ein Päckchen zu $8-$15 (je nach Angebot und Nachfrage) reicht für 2-3 Stunden Lagerfeuer. Einige Nationalparks bieten auch Feuerholz an – allerdings sind unsere Erfahrungen hier eher negativ. Egal ob kostenlos oder kostenpflichtig, das angebotene Holz war nass und brannte nur schlecht.

    Feuerholz transportieren


    Achtung beim Transport! Profis transportieren ihr Feuerholz immer nur ausserhalb ihres Autos, also auf der Ladefläche, auf dem Dach o.ä.
    Holz – besonders, wenn es im Wald herumliegt – ist das Zuhause von vielen Tieren, von der kleinen giftigen Spinne bis zur nervigen Maus. Schleppt Euch nichts ein in Euren Campervan und transportiert das Holz aussen oder gar nicht!
    Alternativ kann man in Supermärkten künstliches Feuerholz kaufen – gepresste Sägespäne. Ist nicht ganz so romantisch, muss man aber nicht hacken. Und ist ungezieferfrei!

    Feuer machen

    Wir haben immer ein paar Grillanzünder dabei. Natürlich kann man auch ohne Grillanzünder ein Feuer machen – aber ein Päckchen kostet $5 und macht Euch 20 Feuer an. Es dauert länger, aufzuschreiben, wie man ein Feuer ohne Grillanzünder anmacht, als ein Feuer mit Grillanzündern anzumachen 😉

    Sicherheit geht vor!

    Wenn man geklärt hat, dass die aktuelle Waldbrndgefahr es zulässt und man anständiges Holz hat, dann macht man in einer sicheren Feuerstelle sein Feuer. Das heisst: Entweder es gibt einen metallenen Feuerring dort, wo Ihr campt oder man baut sich eine Feuerstelle. Dazu macht man sich ein kleines Loch mit der Schippe oder auch nur mit den eigenen Schuhen und schichtet Steine in einem Kreis drumherum. Sinn der Übung in beiden Fällen ist, das die Funken nicht waagerecht weggeweht werden können und direkt ein neues Feuer in der Steppe neben Euch entfachen.
    Stellt Euch einen Eimer Löschwasser bereit und genießt Euer Lagerfeuer!

    Und dann: Ab in’s Bett

    Ihr seid für das Feuer verantwortlich – auch wenn Ihr ins Bett geht. Wir haben schon einige nette, gemütliche Abende am Feuer gesessen und eine Stunde nachdem wir im Bett waren tobte ein Orkan vor der Tür. Wenn der das Feuer durch die Gegend geblasen hätte – in die Steppe oder gegen unseren Camper – das hätte böse enden können.
    Also: Feuer ausmachen, bevor man in’s Bett geht. Eimer Wasser, Auspinkeln oder mit Erde bedecken und austreten.
    Viel Spaß am Lagerfeuer!