• Buchtipp: Bill Bryson – Down Under

    So, Freunde der humorvollen und gut recherchierten Reiseliteratur,
    wer es noch nicht kennt und sich für Australien interessiert, braucht dieses Buch. Kauft es in der Buchhandlung, ladet es Euch runter, leiht es Euch aus oder klaut es.

    Hauptsache Ihr lest es!

    Bill Bryson liebt Australien, nur die giftigen Tiere und die Rezeptionisten in Darwin, die mag er nicht. Ansonsten betet er Down Under quasi an. Er schreibt Oden an die unfassbaren Weiten des Landes (“Ich sage ja gar nicht, dass es hier private Atomwaffentests einer japanischen sekte gegeben hat. Aber es ist möglich und denkbar. So groß ist dieses Land.”). Er erzählt die Geschichte des Kontinents von der “Entdeckung” bis zur aktuellen Politik auf eine Art, dass man abends beim Einschlaflesen auf einmal laut lachen muss und die Frau neben einem verschlafen fragt: “Bill Bryson?”

    Kerstin und ich haben uns auf Australien vorbereitet, indem ich ihr das Buch abends vorgelesen habe. Wenn ich vom Lachen Tränen in den Augen hatte, musste sie mir vorlesen.

    Für die, die immer noch nicht überzeugt sind, hier eine meiner Lieblingspassagen aus dem Kapitel über Australische Sportarten:

    “Es ist nicht ganz richtig, dass Cricket von den Engländern erfunden wurde, um jede andere Aktivität, die Menschen jemals unternommen haben, interessant im Vergleich erscheinen zu lassen. Das war nur ein angenehmer Nebeneffekt. Ich will hier keinen Sport schlecht machen, der von Millionen von Menschen jedes Jahr genossen wird – manche davon mögen sogar wach sein und in die richtige Richtung schauen – aber es ist ein merkwürdiger Sport. Es ist die einzige Sportart, die im Reglement Essenspausen vorsieht. Es ist die einzige Sportart, die wie ein Insekt heisst. Es ist die einzige Aktivität, die man wettkampfmäßig betreiben kann (ausser Kuchenbacken, vielleicht), bei der man sich ganz in weiß kleidet und am Ende des Tages noch komplett sauber ist.

    […]

    Aber Cricket – besonders im Radio – hat etwas unheimlich beruhigendes. Es ist wie Baseball – stundenlang hört man Fachgesimpel von zwei Herren zu, ohne das wirklich etwas passiert. Es ist so, wie wenn man zwei Anglern auf einem ruhigen See dabei zuhört, wie sie keine Fische fangen. Wie ein erholsames Nickerchen, bei dem man nicht ganz das Bewusstsein verliert.

    […]

    Das Mysteriöse am Cricket ist nicht, dass Australier ziemlich gut darin sind, sondern, dass sie es überhaupt spielen. Australier interessieren sich mehr für Sportarten, in denen muskulöse Männer in sehr kurzen Höschen sich gegenseitig die Nase blutig schlagen. Ich bin mir sicher dass, falls der Rest der Welt über Nacht verschwinden würde und die Weiterentwicklung von Cricket nur noch in Australischer Hand läge, die Spieler innerhalb weniger Jahre kurze Hosen tragen würden und die Schläger zum gegenseitigen Verprügeln nutzen würden.

    Und das wäre keine Verschlechterung der Sportart.”

     

    Bill Bryson – Down Under auf Deutsch bei Amazon: Frühstück mit Kängurus: Australische Abenteuer

    Bill Bryson – Down Under auf Englisch bei Amazon: Down Under.