• Camper holen und das erste mal Linksverkehr

    Für Jetlag haben wir die erste Nacht in Australien ziemlich gut hinter uns gebracht und von 9 bis 7 geschlafen.

    Dann gepackt, schnell im Café des Hotels gefrühstückt und ab ging die Post mit dem Taxi zum Mietdepot. Zu diesem Zeitpunkt fragten wir uns noch, wieso dieses blöde Depot denn unbedingt so weit von der Stadt (45 Minuten) entfernt sein muss.

    Wir kamen so gegen 11 am Depot an und marschierten direkt in die Hände einer sehr netten Deutschen, deren Namen leider nie fiel. Nachdem wir ausführlich die Versicherungsbedingungen und Mietbedingungen studiert und unterschrieben hatten, bekamen wir unser neues Zuhause für die nächsten Tage präsentiert.

    TCC (Travel Car Center) wird von 2 Schweizer KFZ-Meistern (Chris und Bruno) seit Jahren geleitet. Chris übernahm uns vom Büro und zeigte uns im Detail das neue Mobil. (Wir haben auch Video gedreht, aber wenn man mal meine Videoschnittsoftwareprobleme mit den hier verfügbaren Internetverbindungen kombiniert, dann warten wir lieber nicht mit diesem Blog, bis das Video fertig geschnitten und hochgeladen ist.)

    Eigentlich sollten wir die Karre ja in Cairns übernehmen, wohin sie von einem Mitarbeiter von TCC überführt worden wäre. Für einen Discount haben wir sie in Sydney übernommen und machen nun den Transfer selbst. Das hat einen sehr positiven Nebeneffekt. Der Camper stand nämlich neben 20 Metern Regalen in denen alle Ausstattung drin lag, die man sich wünschen konnte. Und wir hatten freie Auswahl. Wir schnappten uns ne dicke Bettdecke, eine Nottoilette, ne Thermoskanne, Töpfe und Pfannen unserer Wahl und so weiter. Ich schätze, wir haben auf diese Weise mindestens 300 Dollar an Krams gespart, den wir nicht einkaufen mussten.

     

    Nach ein paar Stunden (!) Einpacken auf diese Art, saßen wir endlich in der Karre und fuhren mit Chris um die 4 Ecken und durch einen Kreisel. Linksverkehrcrashkurs. Wäre der Rest des Tages doch so einfach gewesen, wie die 2 Kilometer im Wohngebiet.

    Wir brachten Chris zurück zum Depot und fuhren los.

    Eigentlich mussten wir nur Luftlinie 800 Meter über ne Straße drüber zum Aldi.

    Im Nachhinein erinnere ich mich nur an 2 Liter Angstschweiß (pro Person, Kerstin hat emphatisch mitgelitten), durchgehendes Fluchen (im Auto) und “SORRY”-Rufen (aus dem Auto heraus).

    ALDI, Target und Woolworth dauerten auch noch mal Stunden bis wir alles zusammen hatten, was wir für den Trip glaubten zu brauchen. Als wir um 4 endlich auf die Straße kamen, hatten wir noch 1.5 Stunden bis zur Dämmerung (in der man nicht fahren sollte, weil da die Kängurus auf den Straßen liegen. NSW ist kalt und die Straßen heizen sich auf).
    Wir schafften es mit Ach und Krach nach Ourimbah zu einem Autobahnparkplatz auf dem schon 9 andere Wohnmobile am campen waren. Glücklich, trotz 70 km Geisterfahrt noch zu leben machten wir uns ein Brot und schliefen sehr früh ein.
    Gefahren: 70 Kilometer (die sich wie 700 angefühlt haben dank Linksverkehr)
    Gegessen: Brötchen zum Frühstück, Chinaimbiss mittags im Einkaufszentrum. Sandwich abends.
    Getrunken: Ein Bierchen vor’m Schlafengehen.
    Gesehen: Brennender LKW auf dem Freeway
    Gehört: Nix. Keine Zeit für Musik gehabt bei dem Streß!