• Campervan gebucht – unsere Odyssee durch Internet und Reisebüro

    Gestern ging er raus, der Vertrag für 123 Tage Campervan in Australien. Nach 2 Wochen intensiver Recherche fühlt es sich auch so an, als hätten wir tatsächlich das perfekte Mobil für unsere Anforderungen gefunden. Für jeden, der das noch vor sich hat hier mal eine Beschreibung, wie wir vorgegangen sind.

    Wenn Berater einkaufen gehen ... ;-)

    Wenn Berater einkaufen gehen … 😉

    Online-Recherche: Irgendwo muss man ja anfangen

    Wir haben angefangen, wie alle Kinder des 21. Jahrhunderts das machen würden: Auf zu Tante google und gesucht. Es wurde sehr schnell klar,

    • dass es Unmengen an Anbietern gibt
    • dass sich alle Anbieter viel Mühe geben, die Angebote nicht vergleichbar zu machen

    Ausserdem haben wir gelernt, dass es verschiedene Arten bzw. Klassen von Wohnmobilen gibt (Budget, HiTop und ‘richtige’ Wohnmobile).

    Wirklich weitergeholfen hat uns das nicht. Also: Alles zurück auf Start, google zumachen und das Ganze etwas strukturierter angehen.

    Schritt 1: Budget

    Erstmal haben wir uns ein Budget auferlegt. Also Kassensturz gemacht und geschaut, was wir auf dem Konto haben:

    Kontostand
    – Benzinkosten (25000 km * 1.35 € Durchschnittspreis / 100 * 14 liter Verbrauch)
    – Lebenshaltungskosten (100€ pro Tag)
    – Campingplatzkosten (30€ pro Tag im Durchschnitt)
    – andere Kosten (Versicherung, Flüge, etc.)
    – das was nach der Reise noch auf dem Konto sein soll
    ————————-
    = Budget für’s Wohmobil

    Wenn man das dann durch die Anzahl der Tage teil, hat man sein Tagesbudget.

    Schritt 2: Persönliche Kriterien (oder auch: Klo oder nicht Klo)

    Wohnmobile (nicht nur in Australien) haben eine Reihe von Features. Manche sind Standard, andere sind Luxus, viele fallen dazwischen. Die Auswahl wird deutlich einfacher, wenn man sich bei den einzelnen Features zwischen muss sein, wäre nett und brauchen wir nicht entscheidet.

    Hauptsächlich geht es dabei um die folgenden Optionen(mit unserer Entscheidung in fett dahinter):

    • Toilette und Dusche (wäre schön gewesen, aber war nicht im Budget – ohne Klo ab 7,000AUD / mit Klo ab 20,000 AUD!)
    • Klimaanlage (nett, aber muss nicht sein)
    • Stromversorgung 240v (also ‘echte Steckdosen’, nicht nur Zigarettenanzünder) (muss sein – schließlich haben wir ein ganzes Büro dabei um diesen Blog zu betreiben 😉
    • Radio, CD, MP3 (Radio reicht – wir haben einen schlauen FM-Transmitter für den iPod)
    • Anzahl der Betten (2 reicht, mehr ist nett wg. Platz)
    • Kindersitze (brauchen wir nicht)
    • Kühlschrank (muss sein – die Mehrkosten sparen wir dann wieder durch selbst kochen)

    Zusätzlich zu den Ausstattungsmerkmalen des Mobils muss man sich auch für oder gegen andere Optionen entscheiden:

    • Versicherung mit oder ohne Selbstbehalt (wir haben $1000 Selbstbehalt gewählt – reduziert die Mietkosten)
    • Darf das Fahrzeug nur auf geteerten Straßen fahren, auch auf ungeteerten oder sogar auf 4WD, also Allrad-Straßen (Ganz wichtig. Hier haben wir uns für den Mittelweg entschieden, also auch ungeteerte Straßen sind OK)
    • Sind zusätzliche Fahrer erlaubt (Musste auch sein bei uns)

    Schritt 3: Angebote einholen

    Da wir jetzt wussten was wir wollen und was wir ausgeben können, holten wir uns Angebote ein. Da wir nicht wussten, wer die besten Angebote hat, gingen wir an alle 3 Arten von Ansprechpartnern:

    Australische Anbieter

    Zurück zu google und ab auf die Seiten der Anbieter. Hier holten wir Angebote ein für alle Modelle, die unsere Anforderungen erfüllten.

    Campervan-Agenturen

    Es gibt online eine Handvoll Campervan-Agenturen, die im Auftrag des Kunden bei mehreren Anbietern Angebote einholen.

    Reisebüro

    Das hatten wir nun wirklich seit Jahren nicht mehr gemacht. Wir gingen in 2 lokale Reisebüros hier in Limburg und ließen und dort beraten und Angebote schicken. Immerhin gab’s Kaffee und Wasser zur Beratung 😉

    Schritt 4: Angebote vergleichen und entscheiden

    Durch unsere definierten Kriterien waren alle Angebote am Ende aus der Klasse der HiTop Campervans auf Basis Toyota HiAce. Die Preise lagen zwischen AUD 7,000 und AUD 11,500 – schon ein ganz schöner Unterschied für quasi das gleiche Modell und die gleiche Reisezeit (123 Tage)!

    Die Reisebüros waren im ganzen Prozess leider die Nutzlosesten. Mit der längsten Wartezeit wurden uns Angebote gemacht, die entweder preislich die teuersten waren oder die nicht alle unsere Kriterien erfüllten. Ausserdem hatten wir die ganze Zeit ein Gefühl wie beim Versicherungsmakler: Kriegen wir hier das angeboten, was für uns das Beste ist oder das, was für das Reisebüro das Beste ist?

    Die Campervananbieter, direkt über die Homepage kontaktiert, waren die Aggressivsten. Stellt Euch schonmal darauf ein, dass am Tag nach einem Angebot das Telefon klingelt. Und zwar um 8:01 morgens. Die Angebote selbst waren nicht schlecht, wobei sie preislich nicht unter denen der Agenturen lagen. Der Beratung konnte man natürlich nicht trauen, da der Anbieter ja immer seinen eigenen Kram verkaufen will.

    Die Campervanagenturen haben uns am besten gefallen und letztendlich haben wir auch mit einer gebucht. Hier haben wir kritisch und differenziert erklärt bekommen, was der Unterschied zwischen den verschiedenen Anbietern ist. Wer hat aggressiv niedrige Preise und dafür den schlechtesten Service? Wer wartet seine Fahrzeuge anständig? Wo gibt es versteckte Kosten? Wie sollte man das mit dem Selbstbehalt bei der Versicherung machen?

    Bei Gallivantingoz.com.au, die wir schon sehr früh fanden, fühlten wir uns gut aufgehoben. Preislich lagen die Angebote im Mittelfeld, aber das war für uns OK, solange wir uns gut beraten gefühlt haben. Belinda hat uns ausführliche E-Mails mit den Daten der verschiedenen Campervans geschickt, detailliert unsere Routenplanung angeschaut und Feedback gegeben, Tipps gegeben und schlaue Fragen gestellt. Belinda ist selbst Camperin und hat große Teile unserer Strecke schon hinter sich. Das merkt man in der Beratung und da hat auch ein Anbieter (der um jeden Preis sein eigenes Produkt verkaufen will) und ein deutsches Reisebüro (mit Leuten, die offenbar noch nie in Australien waren) einfach verloren.

    Was haben wir denn nun gebucht?

    Wie gesagt haben wir über Gallivantingoz.com.au einen Hitop Campervan gebucht. Nachdem wir uns für diese Modellvariante entschieden hatten, war die Frage, bei welchem Anbieter wir buchen. Unter anderem bekamen wir dazu solche intelligenten Übersichten geschickt:

    GallivantingOZ Hitop campervan übersicht

    GallivantingOZ Hitop campervan übersicht

    Wir waren uns unsicher und schon dabei, einfach das neueste Modell zu buchen, das im Budget lag. (Wir bekamen zu allen Modellen ausführliche und leicht verständliche Angebote). Dann stellte uns Belinda eine intelligente Frage, an die wir selbst nie gedacht hätten (und die uns in ein paar Wochen vor die Füße gefallen wäre):

    “Wollt Ihr eigentlich nur auf geteerten Straßen fahren?”

    Da wären wir nie drauf gekommen. Nahezu alle Anbieter verbieten, dass man auf ungeteerten Straßen fährt! Das ist erstmal verständlich. Aber: viele Straßen im Outback sind zwar ungeteert, aber trotzdem eigentlich mit einem Nicht-Allrad-Fahrzeug zu befahren. Dazu kommt noch, dass einige Nationalparks 20, 30 oder 40 Kilometer vom geteerten Highway entfernt liegen. Maximal 12km darf man bei den meisten Anbietern ungeteert fahren – und damit nimmt man sich die Chance, zu einigen dieser Parks zu fahren.

    Wir haben uns letztendlich für einen Campervan bei der Firma TCC entschieden – der Preis hat gestimmt, die Empfehlung von Belinda war da und wir können nun auch ungeteerte Straßen fahren. Dafür ist die Karre ein bisschen älter. Das macht uns erstmal nichts aus – wir (und ihr) werden ja sehen, was da in 2 Wochen in Sydney für uns bereit steht 😉

    Hier ein paar Bilder des von uns gebuchten Mobils:

     

    Toyota HiAce HiTop Campervan von 2003

    Toyota HiAce HiTop Campervan von 2003 – mit Vorzelt und Campinggarnitur

    Da sitzen wir dann ein paar Monate lang

    Da sitzen wir dann ein paar Monate lang

    Hier wird gekocht - wenn nicht gegrillt wird.

    Hier wird gekocht – wenn nicht gegrillt wird.

    Unser Schlafplatz in Australien

    Unser Schlafplatz in Australien

    Und nun?

    Jetzt geht’s munter weiter – Kerstin sucht gerade Campervans für Neuseeland und ich nehm mir unsere Route vor.

    Wenn Ihr Fragen zur Buchung habt, Tipps braucht oder auch Tipps habt: Einfach unten in’s Kommentarfeld! 🙂