• Kangaroo Island – Koalas, Echidnas und steife Brisen

    13. November 2012

    Wir kommen am Hafen für die Fähre nach Kangaroo Island an. Kein Mensch da. Wir Parken vorne und gehen in’s Fährterminal. Dann setzen wir uns erstmal auf den Hintern, als wir die Preise für die Überfahrt hören! Wir buchen ein Special und sparen dabei über 100$.

    Kerstin parkt unseren Bruce zwischen Schaflastern und anderen Campern.

    Kangaroo Island: Gleich legt die Fähre ab

    Kangaroo Island: Gleich legt die Fähre ab

    Kaum eine Stunde später kommen wir auf Kangaroo Island an. Die drittgrößte Insel Australiens (nach Tasmanien und Melville Island) grüßt uns mit sattem Gelb und Grün ihrer Felder und Wiesen unter knalligem Himmelblau mit interessanten Wolken.

    Wir suchen uns ein Café zum Mittagessen und uns wird schnell klar: Hier ist alles klein. Und langsam. Und irgendwie merkwürdig.

    Wir laufen den Strand von Penneshaw auf und ab und sehen keine Pinguine – trotz vieler Schilder, auf denen Pinguine zu sehen sind.

    Offenbar haben die Pinguine die Schilder nicht gesehen.

    Kangaroo Island

    Kangaroo Island

    Wir gehen kurz in den Penneshaw Visitor Center und besorgen uns eine Karte des Flinders Chase National Park. Ein Fehler, wie sich bald herausstellt.

    Kangaroo Island: Fliegen? Was für Fliegen?

    Kangaroo Island: Fliegen? Was für Fliegen?

    Als Teil unseres Packages haben wir einen Platz in einem Campinplatz in Kingscote. Wir fahren nicht auf direktem Wege sondern an der Ostküste der Insel entlang.

    Wir sehen kleine Warane (Goannas), kleine Echidnas (Ameisenigel), große Truthähne und eine Menge Kängurus und Wallabies.

    Kangaroo Island: Goanna oder auch: Rosenberg Waran

    Kangaroo Island: Goanna oder auch: Rosenberg Waran

    Wir grillen abends, machen Sport (Crossfit und Strandlauf) und liegen früh in der Falle.

    14. November 2012

    Wir verschlafen – auch kein Verlust, bei dem Mistwetter. Durch Regen und Sturmfahren wir vom nördichen Kingscote zum südlichsten Zipfel: Remarkable Rocks

    Kangaroo Island: Remarkable Rocks

    Kangaroo Island: Remarkable Rocks

    Man kann sich das ja schon bildlich vorstellen, wie vor 200 Jahren zwei Engländer (in meinem Kopf sind das Michael Caine und Roger Moore) in kariertem Tweed mit Monokel auf der Klippe stehen, mit abgespreiztem Finger einen Earl Grey schlürfen und dann sagt Michael Caine zu Roger Moore: “Laddie, I reckon I have given this the proper amount of thought. I have come to the conclusion to name these rocks “remarkable rocks” on account of their being rather remarkable.” – worauf Roger Moore nach kurzem Überlegen trocken aber mit einer Spur britischem Enthusiasmus entgegnet: “Splendid, old friend. Remarkable Rocks it shall be!”

    Kangaroo Island: Krachende Wellen am Admirals Arch

    Kangaroo Island: Krachende Wellen am Admirals Arch

    Neben den Remarkable Rocks gibt es Seal Bay, wo es zig Dollar kostet, Seelöwen zu sehen.

    Neben Seal Bay gibt es den Admiral’s Arch, wo es nicht nur komplett kostenlos ist, Seelöwen zu sehen, sondern wo man auch noch den Arch und – zumindest heute – grandiose Wellen geboten bekommt.

    Wir wollen 10 Minuten bleiben und fahren nach anderthalb Stunden wieder.

    Kangaroo Island: Krachende Wellen am Admirals Arch

    Kangaroo Island: Krachende Wellen am Admirals Arch

    Die Campingplätze im Nationalpark sind ziemlicher Nepp – bis über $40 für einen Platz ohne Strom. 5 Kilometer aus dem Flinders Chase National Park heraus gibt es für um die $30 powered Sites. Als wir ankommen wabert direkt das Gerücht zu uns rüber, dass Koalas auf Bäumen neben dem Caravan Park sitzen.

    Wir schnappen die Kameras und hechten los – Koalas in freier Wildbahn sind definitiv noch auf unserer “Todo-Liste”.

    Kangaroo Island: Einfach mal ein Nickerchen machen!

    Kangaroo Island: Einfach mal ein Nickerchen machen!

    Oben auf zwei Eukalyptusbäumen finden wir sie tatsächlich. Zwei kleine graue Fellbälle sind tief und fest am schlafen.

    Ein sozial auffälliger Schweizer läuft kopfschüttelnd mit einer kleinen Kamera in der Hand zwischen den Bäumen hin und her. “Kann man nicht fotografieren” murmelt er vor sich hin. Ich versuche mein Glück und kriege das Foto oben hin.

    Ich zeige es ihm.

    “Mit meiner Kamera geht das nicht”, sagt er. “Da muss man sich was einfallen lassen”.

    Bevor wir reagieren können, nimmt er einen Stock und fängt an gegen den Baum zu hauen.

    Der Koala ist not amused.

    Kangaroo Island: Achtung, Koalas Crossing!

    Kangaroo Island: Was’n hier los? Ich denke Ihr seid neutral, Ihr Schweizer?!

    Wir kochen und bloggen für den Rest des Abends – das ist eh nicht mehr zu schlagen!

    15. November 2012

    Heute ist der Tag, an dem wir ein Schnabeltier sehen!

    Wir stehen um 5 Uhr auf. Schnabeltiere sieht man vor dem Sonnenaufgang.

    Auf dem Weg in den Flinders Chase National Park läuft uns ein Koala vor’s Auto. Wir fahren in der Dämmerung hier maximal 30 km/h und können ohne Probleme rechtzeitig bremsen.

    Kangaroo Island: Achtung, Koalas Crossing!

    Kangaroo Island: Achtung, Koalas Crossing!

    In unserem Plan des Nationalparks ist ein Schnabeltier-Walk eingezeichnet. Entweder kann man einige Kilometer laufen oder mit dem Auto zu den Teichen hinfahren. Wir entscheiden uns, das Foto-Equipment nicht zu schleppen und fahren zum Platypus-Parkplatz.

    4 Stunden später stehe ich ziemlich sauer vor einem Schild.

    Das Schild war mal der Wegweiser zum Parkplatz. Den wir 4 Stunden lang gesucht haben.

    Wir machen die Wanderung aber sind viel zu spät dran – keine Chance auf ein Schnabeltier, auch wenn wir über eine Stunde am Wasser sitzen und mucksmäuschenstill warten.

    Kangaroo Island: Hier gibt's kein Schnabeltier

    Kangaroo Island: Hier gibt’s kein Schnabeltier

    Als wir zum Visitor Center zurück kommen machen wir eine spontane Feedbackrunde mit den Rangern. Ich bin sauer.

    Es stellt sich heraus, dass der Nationalpark nichts dafür kann. Der Parkplatz den wir gesucht haben, ist 2007 (!!!) abgebrannt. Leider verteilt der Visitor Center in Penneshaw alte Karten.

    Ich nehme mir vor, den Visitor Center auch zu falten.

    Auf dem Weg zurück nach Norden ist ein privater Tierpark– es gibt Zäune zum Schutz der Tiere, aber sie kommen und gehen, wie sie wollen.

    Kangaroo Island: Ein Galah oder Rosakakadu im Flug

    Kangaroo Island: Ein Galah oder Rosakakadu im Flug

    Wir schlendern eine Eukalyptus-Allee entlang und suchen Koalas.

    Wir finden 13 1/2.

    Kangaroo Island: Koala Mama und Baby kuscheln auf dem Baum

    Kangaroo Island: Koala Mama und Baby kuscheln auf dem Baum

    Auf dem letzten Stück bevor wir wieder an der Fähre ankommen sehe ich nochmal eine Echidna. Wir haben Zeit und ich will sie nutzen. Ich setze mich 500 Meter von der Echidna entfernt auf den Boden und bewege mich nicht. Der Ameisenigel kann eigentlich nur Vibrationen wahrnehmen und ist so gut wie blind und taub.

    Bereitwillig stampft er in meine Richtung während er seine lange Nase in den Boden steckt und sein Mittagessen sucht.

    Wilde Koalas. Eierlegende Säugetierigel. Warane.

    Kangaroo Island hat sich gelohnt!

    Kangaroo Island: Eine Echidna, oder auch Spiny Ant Eater, zu Deutsch: Ameisenigel

    Kangaroo Island: Eine Echidna, oder auch Spiny Ant Eater, zu Deutsch: Ameisenigel