• Karijini National Park – Mehr als Schluchten und Wasserlöcher

    Es gibt Nationalparks da fährt man am Nationalparkschild vorbei hinein und dann sucht man die Sehenswürdigkeiten.

    Und es gibt Nationalparks, da braucht man kein Schild, um zu wissen, dass man drin ist. Und man muss nicht nach Sehenswürdigkeiten suchen, weil sie um einen rum sind.

    Karijini National Park ist von Anfang bis Ende eine Sehenswürdigkeit, vollgestopft mit hohen Bergmassiven, durchzogen von Schluchten auf deren Grund klare Bäche, grüne Wälder, natürliche Swimmungpools und die lokale Fauna um die Aufmerksamkeit des überforderten Besuchers buhlen.

    Die Wanderungen im Karijini National Park sind mit Schwierigkeitsstufen versehen. Class 1 kann man quasi auf einem Bein hüpfend locker schaffen. Für Class 6 braucht man Bergsteigererfahrung und -ausrüstung.

    Wir fanden Class 4 einen guten Kompromiss (Hinabsteigen in eine Schlucht über eine handgeschweißte Leiter, mehrere Flussüberquerungen und ein bißchen “Spiderwalk” – siehe Kerstin auf den Fotos). Hatte außerdem den Vorteil, dass wir uns danach “Experienced Bushwalkers” nennen können. (Die Broschüre sagte “Only for experienced bush walkers” und wir dachten uns, dass wir das dann wohl sind, wenn wir den Walk überleben.

    Das mit den Schwierigkeitsgraden von Wanderungen ist ja so eine Sache.
    Man darf sich nicht überschätzen, klar. Als Kettenraucher in Flipflops sollte man keine 2-Tages-Wanderung ohne Karte und Kompass und mit 750 ml. Cola Light machen.
    Wir haben da eher ein anderes Problem – wir unterschätzen uns oft. So unfit sind wir ja gar nicht (dank Crossfit und Fitnesstudio). Aber es passiert uns nicht selten, dass wir uns dann einen Walk aussuchen und treffen dann quitschfidele Wanderer die in Jeans und Stöckelschuhen ihre 120 auf 1 Meter Fuffzich verteilten Kilo über plane Wanderwege promenieren, während wir mit Karte und Wasserkanister in der Hand in unseren Wanderstiefeln daneben stehen.

    In Karijini ist uns das nicht passiert. Der Walk durch die DalesGorge war perfekt. Ein bißchen Klettern, ein bißchen schwitzen und großartige Aussichten und Fotomotive auf dem Boden der Schlucht.

    Da wir noch vor dem Sonnenaufgang aufgestanden sind, ist die mehrstündige Wanderung vor Mittag vorbei und wir können den Rest des Tages über raue Pisten durch den Nationalpark brettern und uns weitere Lookouts, Schluchten und Swimming Holes anschauen.

    Karijini National Park – absolute Empfehlung! Nicht nur, weil man ihn im Gegenteil zu den Parks in Kimberly auch ohne 4WD erkunden kann!