• Mobiles Internet in Australien: Preise und Tipps

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Australien online zu gehen, wenn man mit dem Wohnmobil, Campervan oder Wohnwagen unterwegs ist.

    Hier eine kurze Übersicht:

    WLAN oder Mobile Broadband?

    Die erste Entscheidung ist: Will man selbst das Internet in der Tasche haben oder auf dem Weg WLANs nutzen. Wir haben viele Leute getroffen, die keinen eigenen Zugang haben sondern Zugänge auf dem Weg von anderen genutzt haben. McDonald’s ist sehr beliebt, da jede Filiale kostenloses WLAN anbietet.

    Es kommt stark darauf an, wofür man das Internet braucht. Für E-Mails und hin und wieder mal ein bißchen Facebook mag es funktionieren, öffentliche WLANs zu benutzen. Wenn man wie wir große Datenmengen bewegen muss – und zwar wenn wir wollen, nicht, wenn gerade ein WLAN in der Nähe ist – dann ist das keine Option.

    Wir haben es probiert. Es ist frustrierend wenn man von anderen Zugängen abhängig ist. Dazu kommt, dass Anbieter wie McD eine Mengenbegrenzung oder Zeitbegrenzung haben. Man kann nur 100mb nutzen oder nur eine halbe Stunde – dann wird man zwangsgetrennt.

    Das ist OK für private Mails. Das geht gar nicht, wenn man damit arbeiten muss.

    Wir haben unser eigenes mobiles Internet.

    Mobile Broadband: Welche Hardware?

    Es gibt grundsätzlich 3 Möglichkeiten, mobil online zu gehen.

    1.SIM-Karte in’s Endgerät

    Wenn man ein Gerät hat (wie z.B. ein iPad oder Smartphone), in das man SIM-Karten stecken kann, prima. Ab in den Laden und eine Karte besorgen. Reinstecken und lossurfen.

    Vorteil: keine Hardware anschaffen

    Nachteil: Man kann nur mit dem einen Gerät online gehen. (Ja, Zusatz für die Geeks: Man kann theoretisch tetheren. Praktisch erlaubt das kein Anbieter bei Prepaid-Verträgen – siehe unten.)

    2. USB-Stick (oder auch: Dongle!)

    Die günstige Variante, gibt’s teilweise schon ab 20$. Ein USB-Stick kommt an den Computer und funktioniert als mobiles Modem.

    Vorteil: Man kann den Stick an verschiedene Computer anschließen

    Nachteil: Ohne kopliziertes Netzwerkgefrickel kann man immer nur einen Computer anschließen – und nur Kisten mit USB-Port. iPads, Smartphones, Kindles etc. haben leider verloren.

    3. Mobiler Accesspoint

    Alle australischen Anbieter haben mobile Access Points im Programm. Die Dinger kosten um die 100$, sehen aus wie ein kleines Handy und man kann alle Geräte anschließen, die WLAN können (also Smartphones, Tablets, Kindles, Laptops, Netbooks, etc.)

    Vorteil: WLAN-Zugang für alle Spielzeuge

    Nachteil: teurer als die anderen Optionen.

    Wir haben uns einen mobilen Accesspoint besorgt, da wir verschiedenste Geräte anschließen wollten.

    Vertragsarten: Postpaid oder Prepaid?

    Genau wie in Deutschland gibt es in Australien grundsätzlich zwei Vertragsmodelle:

    1. Postpaid, auf Deutsch “mit Vertrag” – man hat einen definierten Serviceumfang und am Ende des Monats kommt die Telefonrechnung.

    2. Prepaid: Man lädt sein Handy (oder mobiles Internet) auf und telefoniert oder surft sein Guthaben ab.

    Postpaid ist im allgemeinen günstiger – teilweise um bis zu 50% bei mobilem Internet. Dafür braucht man eine Australische Adresse und Bankverbindung.

    Da wir beides nicht haben, mussten wir Prepaid nutzen. 

    Anbieter: Abdeckung oder günstige Preise – Telstra, Vodafone und Optus

    Eins vorweg: Telekommunikation in Australien ist wie auf der ganzen Welt: Der Kundendienst ist bei allen Anbietern mies und eher Nötigung als Dienstleistung. Das ist eine Realität der Welt in der wir leben und nicht zu ändern.

    Es gibt drei Anbieter von mobilen Netzwerken in Australien:

    • Telstra: die ehemals staatliche Telekom hat das größte Netz – und die teuersten Dienste. Irgendjemand muss das Netz ja bezahlen.
    • Optus: das zweitgrößte Netz. U.a. Virgin mobile und Woolworth nutzen dieses Netz für ihre Angebote.
    • Vodafone: Das neueste und kleinste Netz.

    Andere Anbieter nutzen eines dieser drei Netze – man sollte sich immer informieren, welche Netze.

    Optus und Virgin decken alle größeren Städte ab. Telstra auch die kleineren. Das Optusnetz in Alice Springs und Ceduna ist totaler Müll, sonst geht’s ganz gut.

    Wir haben aus Kostengründen Virgin Mobile (also das Optus Netz) für das mobile Internet genutzt. Hier kann man (zur Orientierung) 4 GB Daten für 49$ erwerben. Bei Telstra kosten 4 GB schon 80$. Da wir in Kerstin’s Handy eine Telstrakarte haben (aus Sicherheitsgründen – im Notfall will man ja doch das größte Netz haben) können wir immer gut die Abdeckung vergleichen. Telstra IST deutlich besser und beim nächsten Mal würde ich in den sauren Apfel beißen und Telstra nehmen für’s Internet.

    In jedem Fall lohnt es sich, auf den Homepages der Anbieter nach den “Coverage Maps” zu suchen und seine Reiseroute zu checken.

    Und Internet im Outback?

    Ich habe – noch in Deutschland – mal kurz nach Satelliteninternet recherchiert und schnell wieder aufgehört, als ich die Preise gesehen habe. Hier muss man schon deutlich vierstellig in die Hardware investieren – und selbst dann ist keine Verbindung garantiert. Wir haben ein Bloggerpärchen getroffen, die eine Satellitenverbindung hatten. Und sie nie benutzt haben.